Politologe fordert Transparenz von Merkel
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22.10.2019

Politologe fordert Transparenz von Merkel

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Der Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter hält den Umgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren wiederholten Zitteranfällen für nicht transparent genug. "Sie hat ein öffentliches Amt und kann sich nicht einfach auf ihre Privatsphäre berufen", sagte Oberreuter bei n-tv. Merkel zeichne sich dadurch aus, dass sie ihre Privatsphäre von den Medien fernhalte, was man in anderen Fällen durchaus positiv sehen könne. "In diesem Fall geht das aber eben doch ins Amtliche und Regierungsamtliche", sagte der Politikwissenschaftler.

Merkels dritter Zittervorfall wirft Fragen auf
Die internationale Presse habe schon nach dem ersten Zitteranfall Fragen nach der Amtsfähigkeit der Kanzlerin aufgeworfen. "Man muss sich nicht wundern, wenn auch in den Exekutiven anderer Staaten Fragen auftreten, und auch in der Bundesregierung", so Oberreuter. "Niemand hat Interesse, die Amtsfähgikeit der Kanzlerin eingeschränkt zu sehen." Deshalb sei Transparenz wichtig.
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Sollte Merkel ernsthaft erkrankt sein, müsse man über das Nachfolgeproblem diskutieren, "ob sie das will oder nicht". Weder für Merkel noch ihre Partei, die CDU, oder den Staat sei das gut, "in schwierigen Zeiten, in denen die Stabilität der Koalition ohnehin infrage steht".

"Psychologisch verarbeitender Prozess"
Merkel hatte vor drei Wochen beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi einen ersten starken Zitteranfall erlitten. Auch bei der Ernennung von Christine Lambrecht zur neuen Justizministerin wenige Tage später und beim Empfang des finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne am Mittag zitterte sie heftig. Während Merkel ihren ersten Anfall mit Flüssigkeitsmangel bei hohen Temperaturen begründet hatte, nannte sie einen "psychologisch-verarbeitenden Prozess" des Vorfalls mit Selenskyi als Grund für ihr jüngstes Zittern. "Ich glaube, dass es so, wie es gekommen ist, eines Tages auch vergehen wird. Aber es ist noch nicht so weit."
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Die Anfälle dauerten jeweils nur wenige Minuten, sobald sich die Kanzlerin wieder bewegte, war kein Zittern mehr zu erkennen. "Mir geht es gut. Ich bin noch in einer Verarbeitungsphase von dem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten", sagte sie auch an diesem Mittwoch. "Man muss sich keine Sorgen machen." Zweifel an ihrer Arbeitsfähigkeit wies sie zurück. Sie sei "ganz fest überzeugt, dass ich gut leistungsfähig bin".
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