Lam stärkt Polizeikräften den Rücken
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21.08.2019

Lam stärkt Polizeikräften den Rücken

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Trotz schwerer Vorwürfe aus den Reihen der Demonstranten und der massiven Kritik an einer ausufernden Polizeigewalt hat sich Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam hinter die Sicherheitskräfte der Stadt gestellt. Die Polizei habe in den vergangenen zwei Monaten "große Schwierigkeiten gehabt, das Gesetz durchzusetzen", sagte Lam vor Journalisten. Sie reagierte damit auf Tausende Demonstranten, die am Vortag aus Wut über Polizeigewalt den Betrieb am Hongkonger Flughafen zum Erliegen gebracht hatten.

Tausende legen Flughafen in Hongkong lahm
Als jemand, der nicht selbst Teil der Polizei sei, könne sie nicht darüber bestimmen, wie Polizeieinsätze ablaufen, "insbesondere wenn die Polizei vor Ort ein Urteil fällen muss", sagte Lam weiter. Die Regierung und die Polizei in der chinesischen Sonderverwaltungszone seien aber in der Lage, die politische Krise in Hongkong zu lösen. Tausende Demonstranten hatten am Montag die Abflug- und Ankunftshalle des Flughafens belagert. Der Airport, eines der größten Luftdrehkreuze weltweit und ein zentraler Umsteigeknotenpunkt für Langstreckenflüge von und nach China und Südostasien, strich deshalb vom Nachmittag an sämtliche Flüge für den restlichen Tagesverlauf.
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Mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Demonstranten
Nach dem Stillstand am Vortag lief der Flugbetrieb am Dienstag wieder an. Das bestätigte die Flughafenverwaltung am Morgen. Allerdings sei noch nicht abzusehen, wann wieder mit einer störungsfreien Rückkehr zum normalen Flugplan zu rechnen ist. Am Vormittag waren zunächst nur noch einzelne Protestler am Flughafen zu sehen. Für den Nachmittag war erneut eine Demonstration angekündigt.

Hunderte Regierungsgegner hatten bereits seit dem vergangenen Freitag friedlich am Flughafen protestiert, ohne den Betrieb nennenswert zu beeinträchtigen. Nur am Montag war die Zahl der Protestierer so groß geworden, dass der Flugbetrieb eingestellt werden musste.
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Aktivisten legen mit Generalstreik Hongkong lahm
Am Wochenende war es in Hongkong zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Gummigeschosse ein. Tränengas wurde auf den Straßen und erstmals auch in einer U-Bahnstation verschossen. Gewaltbereite Demonstranten warfen Steine. Die Polizei warf Regierungsgegnern vor, Einsatzkräfte mit Brandsätzen verletzt zu haben.

USA rufen zu Gewaltverzicht auf
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Angesichts der gewaltsamen Zusammenstöße haben die USA die Konfliktparteien zur Zurückhaltung aufgerufen. "Gesellschaften hilft es am meisten, wenn verschiedene politische Ansichten respektiert werden und frei und friedlich ausgedrückt werden können", sagte ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung. "Die Vereinigten Staaten mahnen alle Seiten dazu, von Gewalt Abstand zu nehmen."

Kanadas Premierminister Justin Trudeau zeigte sich "extrem besorgt" über die derzeitige Lage in Hongkong. "Wir rufen zu Frieden, Ordnung und Dialog auf", sagte Trudeau auf einer Pressekonferenz. "Wir appellieren natürlich an China, sehr vorsichtig und respektvoll im Umgang mit Menschen zu sein, die legitime Sorgen in Hongkong haben."

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit mehr als zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Auslöser derDemonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen.
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